Manchmal möchte man schreien.
Gerade erst hat man sich aufgerappelt,
den Schmutz abgeklopft
und noch nicht einmal Zeit gehabt richtig durchzuatmen,
da kommt der nächste Schlag, mitten in den Magen.
Man möchte schreien vor Schmerz,
vor Wut, vor lauter Hilflosigkeit.
Ist das fair?
Muss man damit wirklich leben?
Muss man das wirklich zulassen?
Muss man?
Kann nicht einfach mal alles nach Plan laufen?
Kann nicht einfach mal nicht ständig irgendetwas schief laufen?
Kann es?
Ich weiß es nicht.
Ich rapple mich auf,
klopfe den Schmutz ab
und warte auf den nächsten Schlag.
„Und wenn du den Eindruck hast, dass das Leben Theater ist,
dann such dir eine Rolle aus, die dir so richtig Spaß macht.“
William Shakespeare
Dienstag, 21. Juni 2016
Sonntag, 19. Juni 2016
Mondscheinträume
Der Mond war bereits aufgegangen, die ersten Nebelschwaden begannen sich wie das bleiche Haar, einer vom Sternenlicht geküssten Frau über die Hügel zu legen. Über der Oberfläche der spiegelglatten Quelle waren die Nebel besonders dicht und wirbelten und tanzten über das Wasser. Ein unachtsamer Wanderer hätte in ihnen vielleicht die Feen tanzen gesehen.
Im warmen Wasser der Quelle, in den tiefsten, dunklen Tiefen, lebte Eldris, die Herrin des Sternensees. Sie war einsam in ihrem Reich, das sich viele Meilen unter dem Felsgestein dahinzog und doch nicht gänzlich allein. Am Tage kamen Tiere zum trinken an ihre Ufer und Vögel sangen in den Bäumen ihre Lieder. Bei Nacht sah sie auf zu den Sternen, die ihr ihren Glanz schenkten, und zum Mond, der über sie wachte.
Nun in dieser Nacht, Eldris war an die Oberfläche geschwommen um im Mondlicht zu baden und ihr Lied zu den Sternen zu singen, lichtete sich plötzlich der Nebel und am Ufer stand eine Gestalt.
Niklas verließ das Dorf am frühen Morgen. Den ganzen Tag war er unterwegs hinauf in die felsigen, zerklüfteten Hochebenen jenseits der Fjorde. Es war bereits weit nach Sonnenuntergang, als er bemerkte, dass ihn seine Schritte nicht mehr auf dem bekannten Pfad trugen. Der Nebel verzerrte die Konturen der Landschaft und als sie sich schließlich für einen Moment lichteten, fand er sich an den Ufern einer warmen Quelle wieder. Da seine Glieder bereits von dem anstrengenden Aufstieg schmerzten und er befürchtete sich im Dunkeln noch weiter zu verirren, beschloss er ein Bad zu nehmen und zu rasten, ehe er am nächsten Tag weitergehen würde. Er war bereits so müde, dass ihm erst in dem Moment, die Melodie auffiel, die schon seit geraumer Zeit an sein Ohr drang, als sie abrupt abbrach. Suchend lag sein Blick auf der spiegelglatten Wasseroberfläche.
Eldris beobachtete ihn aus ihrem Versteck hinter einem Felsen. Einige Momente verharrte er dort am Ufer, ehe er sich wohl seines ursprünglichen Planes besann und begann seine Kleider abzulegen. Belustigt beobachtete die Nymphe den jungen Mann, doch immer noch blieb sie versteckt.
Er stieg vorsichtig ins Wasser, bedacht darauf, auf den glatten Steinen nicht auszurutschen. Die sanfte Wärme der Quelle umfing ihn und Nebel umtanzte in Schleiern und Schwaden seinen Kopf. Er schloss die Augen und übergab sich ganz den Heilkräften des Ortes. Die Strömungen des Quells fühlten sich auf seinen wunden Gliedern an, wie die Hände einer Geliebten, zart und doch voller Macht. Manchmal kamen sie den sanften Küssen weicher Lippen gleich, ein anderes Mal schien es, als ob sich feines Haar um seine Fußgelenke wandt. Seine Haut prickelte bei jeder geisterhaften Berührung und doch konnte er sich dem nicht entziehen. Im Gegenteil, die Vorstellung von einer schönen Frau umgarnt zu werden erregte ihn.
Es bereitete Eldris diebisches Vergnügen, den jungen Mann im Glauben zu lassen, es sei die Quelle, die ihn da liebkoste. Noch immer hatte er die Augen geschlossen und genoss den Augenblick. Sollte sie es riskieren sich ihm zu zeigen? Sollte sie ihn hinabziehen in ihr tiefes Reich? Wie würde er wohl reagieren?
Vorsichtig steckte sie den Kopf aus dem Wasser.
Ein leises platschendes Geräusch ließ ihn seine Augen öffnen. Überrascht und zugleich ein bisschen erschreckt registrierte er die nur um Handbreite entfernten, glänzenden Augen einer Frau, die ihn neugierig über der Wasseroberfläche ansahen. Die weichen Konturen ihrer Augenpartie wurden umrahmt von langem Haar, dass in nassen Strähnen herabhing und sich auf der Wasseroberfläche ringelte. Die Strähnen im Wasser schienen ein Eigenleben zu führen, sodass er für einige Augenblicke in ihren Anblick versunken blieb. Die Frau erhob sich noch ein wenig weiter aus dem Wasser, sodass ihre ebenmäßige Nase, ein paar voller Lippen und ein schmales Kinn zum Vorschein kamen. Die nassen Strähnen umspielten weiße, volle Brüste, die nur ansatzweise unter der Wasseroberfläche zu erahnen waren. Wie verzaubert war Niklas vom Anblick dieser Frau. Wer sie wohl war? Steckte sie etwa hinter den zarten Berührungen ? Und wie hatte sie wohl so lange unter Wasser die Luft anhalten können ? Seine Fragen wurden alle gleichzeitig beantwortet, als die Schöne ihre feingliedrige Hand aus dem Wasser hob und ihm damit über die Wange strich. Zwischen ihren schlanken Fingern waren fast durchsichtige Schwimmhäute zu erkennen und hie und da glitzerten weiche Schuppen auf ihrem Arm im Mondlicht. Er hielt die Luft an, doch anstatt sich unbehaglich zu fühlen, obsiegte die Neugier. Wer mochte dieses Geschöpf wohl sein?
Eldris konnte die Fragen über sein Gesicht huschen sehen und sie musste innerlich grinsen. Doch anstatt zu antworten, zog sie ihn nah an sich und küsste seine erstaunt offenstehenden Lippen. Und noch ehe er protestieren oder sich wehren konnte, zog sie ihn mit sich unter Wasser in die Tiefe der Quelle.
Im warmen Wasser der Quelle, in den tiefsten, dunklen Tiefen, lebte Eldris, die Herrin des Sternensees. Sie war einsam in ihrem Reich, das sich viele Meilen unter dem Felsgestein dahinzog und doch nicht gänzlich allein. Am Tage kamen Tiere zum trinken an ihre Ufer und Vögel sangen in den Bäumen ihre Lieder. Bei Nacht sah sie auf zu den Sternen, die ihr ihren Glanz schenkten, und zum Mond, der über sie wachte.
Nun in dieser Nacht, Eldris war an die Oberfläche geschwommen um im Mondlicht zu baden und ihr Lied zu den Sternen zu singen, lichtete sich plötzlich der Nebel und am Ufer stand eine Gestalt.
Niklas verließ das Dorf am frühen Morgen. Den ganzen Tag war er unterwegs hinauf in die felsigen, zerklüfteten Hochebenen jenseits der Fjorde. Es war bereits weit nach Sonnenuntergang, als er bemerkte, dass ihn seine Schritte nicht mehr auf dem bekannten Pfad trugen. Der Nebel verzerrte die Konturen der Landschaft und als sie sich schließlich für einen Moment lichteten, fand er sich an den Ufern einer warmen Quelle wieder. Da seine Glieder bereits von dem anstrengenden Aufstieg schmerzten und er befürchtete sich im Dunkeln noch weiter zu verirren, beschloss er ein Bad zu nehmen und zu rasten, ehe er am nächsten Tag weitergehen würde. Er war bereits so müde, dass ihm erst in dem Moment, die Melodie auffiel, die schon seit geraumer Zeit an sein Ohr drang, als sie abrupt abbrach. Suchend lag sein Blick auf der spiegelglatten Wasseroberfläche.
Eldris beobachtete ihn aus ihrem Versteck hinter einem Felsen. Einige Momente verharrte er dort am Ufer, ehe er sich wohl seines ursprünglichen Planes besann und begann seine Kleider abzulegen. Belustigt beobachtete die Nymphe den jungen Mann, doch immer noch blieb sie versteckt.
Er stieg vorsichtig ins Wasser, bedacht darauf, auf den glatten Steinen nicht auszurutschen. Die sanfte Wärme der Quelle umfing ihn und Nebel umtanzte in Schleiern und Schwaden seinen Kopf. Er schloss die Augen und übergab sich ganz den Heilkräften des Ortes. Die Strömungen des Quells fühlten sich auf seinen wunden Gliedern an, wie die Hände einer Geliebten, zart und doch voller Macht. Manchmal kamen sie den sanften Küssen weicher Lippen gleich, ein anderes Mal schien es, als ob sich feines Haar um seine Fußgelenke wandt. Seine Haut prickelte bei jeder geisterhaften Berührung und doch konnte er sich dem nicht entziehen. Im Gegenteil, die Vorstellung von einer schönen Frau umgarnt zu werden erregte ihn.
Es bereitete Eldris diebisches Vergnügen, den jungen Mann im Glauben zu lassen, es sei die Quelle, die ihn da liebkoste. Noch immer hatte er die Augen geschlossen und genoss den Augenblick. Sollte sie es riskieren sich ihm zu zeigen? Sollte sie ihn hinabziehen in ihr tiefes Reich? Wie würde er wohl reagieren?
Vorsichtig steckte sie den Kopf aus dem Wasser.
Ein leises platschendes Geräusch ließ ihn seine Augen öffnen. Überrascht und zugleich ein bisschen erschreckt registrierte er die nur um Handbreite entfernten, glänzenden Augen einer Frau, die ihn neugierig über der Wasseroberfläche ansahen. Die weichen Konturen ihrer Augenpartie wurden umrahmt von langem Haar, dass in nassen Strähnen herabhing und sich auf der Wasseroberfläche ringelte. Die Strähnen im Wasser schienen ein Eigenleben zu führen, sodass er für einige Augenblicke in ihren Anblick versunken blieb. Die Frau erhob sich noch ein wenig weiter aus dem Wasser, sodass ihre ebenmäßige Nase, ein paar voller Lippen und ein schmales Kinn zum Vorschein kamen. Die nassen Strähnen umspielten weiße, volle Brüste, die nur ansatzweise unter der Wasseroberfläche zu erahnen waren. Wie verzaubert war Niklas vom Anblick dieser Frau. Wer sie wohl war? Steckte sie etwa hinter den zarten Berührungen ? Und wie hatte sie wohl so lange unter Wasser die Luft anhalten können ? Seine Fragen wurden alle gleichzeitig beantwortet, als die Schöne ihre feingliedrige Hand aus dem Wasser hob und ihm damit über die Wange strich. Zwischen ihren schlanken Fingern waren fast durchsichtige Schwimmhäute zu erkennen und hie und da glitzerten weiche Schuppen auf ihrem Arm im Mondlicht. Er hielt die Luft an, doch anstatt sich unbehaglich zu fühlen, obsiegte die Neugier. Wer mochte dieses Geschöpf wohl sein?
Eldris konnte die Fragen über sein Gesicht huschen sehen und sie musste innerlich grinsen. Doch anstatt zu antworten, zog sie ihn nah an sich und küsste seine erstaunt offenstehenden Lippen. Und noch ehe er protestieren oder sich wehren konnte, zog sie ihn mit sich unter Wasser in die Tiefe der Quelle.
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