Und wenn du den Eindruck hast, dass das Leben Theater ist,

dann such dir eine Rolle aus, die dir so richtig Spaß macht.

William Shakespeare

Donnerstag, 2. November 2017

Herbstglück

Sehnsucht
Quält mich
Stund um Stund
Hält mich fest umklammert
Einsam.

Hoffnung
Deine Augen
Dein goldenes Haar
Dein Lächeln ist Sonne
Warm.

Melancholie
Eine Melodie
Zimtkekse, Herbstlaub, Erinnerung
Eine längst vergessene Geschichte
Geborgen.

Donnerstag, 13. April 2017

Dreaming again - Lost between the worlds

Wir stehen in einem leicht abgedunkelten Raum. Nur über dem Kopfende des Krankenbettes verbreitet eine Neonröhre ihr kaltes blaues Leuchten. Vorhänge sind vor die Fenster gezogen, es riecht nach Desinfektionsmittel, nach Krankheit, nach Schweiß und Urin.
Um das Bett gruppiert stehen Apparate, die piepen und surren und hin und wieder blinken.
Zwischen glatt gestrichenen Laken liegt eine eingefallene Gestalt, angeschlossen an Schläuche, Atemzüge kaum merklich und immer unregelmäßiger ausstoßend.
Du stehst neben mir. Ich spüre, wie dein ganzer Körper zittert, höre deinen, von Schluchzern unterbrochenen Atem. Du hältst eine leblose, kalte Hand in deiner. Willst und kannst nicht loslassen. Dein Anblick zerbricht mir das Herz. Ich möchte dich umarmen, dich trösten, dir sagen, dass alles wieder gut wird. Doch ich kann nicht, ich bin wie betäubt.


Einige Stunden später sind wir bei dir. Sitzen in der Küche auf der Bank. Du bist gegen meine Schulter gesunken, mein T-shirt ist durchtränkt von deinen Tränen. Ich lege einen Arm um dich, streiche über deinen Arm, versuche dich zu wärmen und dir Mut zu schenken.

Nach einiger Zeit, in der sich die Stille zu Stunden ausgedehnt hat und mein Arm langsam taub geworden ist, hebst du den Kopf und siehst mich an. Ich blicke in rot umrandete, verquollene Augen. In deine so wunderbaren, sonst so tröstenden, sonst so schalkhaft blitzenden blauen Augen.
Mit einer Hand ziehst du meinen Kopf näher zu dir. Wange an Wange sitzen wir da, spüren die Nähe und Wärme des jeweils anderen. Ich spüre deinen Dreitagebart, deine getrockneten Tränen, deinen Atem in meinem Nacken.
"Ich bin immer für dich da, wenn du mich brauchst. Immer." sage ich.

Ohne es zu sehen spüre ich das Lächeln auf deinen Lippen.

Edit 16.04.2017:
Mir fehlen die Worte. Wie gern wäre ich nun für dich da und würde etwas von der Kraft zurückgeben, die du mir im letzten Jahr geschenkt hast.
Es tut mir so leid.