Und wenn du den Eindruck hast, dass das Leben Theater ist,

dann such dir eine Rolle aus, die dir so richtig Spaß macht.

William Shakespeare

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Dienstag, 16. September 2014

Eine Malerei in Worten

Blau, grau und weiß mischen sich die Farben der Wolken am Himmel,
türmen sich auf zu luftigen Gebilden, Schlössern aus Nebel und Dampf.
Der Pinsel streicht herab, wie Sonnenstrahlen durch die Wolken.
Neue Farben erscheinen mit jedem Pinselstrich.
Saftig grüne Wiesenhügel, waldig dunkelgrüne Anhöhen im Morgennebel.
Tau glitzert auf den Halmen und Blättern,
tropft herab von den Ästen einer nahen Eiche in einen sprudelnden Bach.
Fließt vorbei an Farn und Moos und Fels.

Eine bleiche Hand, der Finger zarte Glieder noch so jung, schwebt auf des Frühlings Fluten.
Ein weißes Kleid umschwebt ihren feenhaften Körper, ihr langes Haar umrahmt ihr einst so lebensfrohes Angesicht.
Die vollen Lippen, blau wie der Himmel über ihr.
Und in den leeren Augen spiegeln sich die Wolken.
Leblos treibt sie da im Bache
und dennoch ist sie nicht ohne Leben.
Eine Libelle thront als Diadem ihr auf der Stirn
und kleine Fische bewohnen ihr Gewand.
Der Kopf, der einst von Mädchenträumen voll, wird nun belebt von Molchen,
die ihr Nest darin gebaut.
Und um sie her, da treiben Blüten auf der Flut.
Die letzten Gaben, die ihr der Geliebte mit auf die Reise gab.
Lilien, ihrer Reinheit Ebenbild.
Storchenschnabel, ihr zu Ehren.
Und Rosenblüten, für jeden kühn gestohl'nen Kuss eine.

Vorbei treibt sie mit ihrem Gefolge aus Getier und Blüten, vorbei an Wiese, Wald und Fels.
Und ward nie mehr geseh'n.


Wer ein paar Beispiele für Ophelia-Malerei sehen möchte, der klicke hier.