
Wo ich die warmen Strahlen der Sonne verlasse und in die Schatten der hoch aufragenden Bäume trete umfängt mich sogleich eine eigenartige Stille, so als träte man in eine Kathedrale. Andächtig bahne ich mir meinen Weg durch Unterholz, niedriges Gestrüpp und versuche dabei nicht auf Wildkräuter und Fliegenpilze zu treten, die hier und dort aus dem Boden sprießen. Langsam drehe ich mich mit geschlossenen Augen im Kreis, atme die schwere, erdige, feuchte Waldluft, spüre den weichen Waldboden unter den Füßen nachgeben.
Vogelgezwitscher hallt von den Bäumen wieder, als ich meine Hände nach den Blättern am Boden ausstrecke. Langsam macht mich die frische Luft müde, sodass ich mich auf den Boden an einen Baum setze, an dessen Stamm Efeu emporklettert.
Ich träume von einem Bach der sich durchs Unterholz schlängelt, wie ein silbernes Band durch das braune Haar einer Prinzessin. Violette Leberblümchen und weiße Buschwindröschen bekränzen ihn und umrahmen sein fröhliches Gesicht. Überall tanzen Herbstblätter im Wind, während Efeuranken ihre Hälse in den Bach strecken um von seinem Wasser zu trinken.
Als ich erwache ist mein Kopf auf die Erde gesunken, meine Hände umklammern eine Wurzel und Erde, Blätter und Moos hängen in meinen Kleidern. Kleine Käfer krabbeln an meinen Armen empor, eine Maus knabbert an meinem Ärmel. Um auf zustehen greife ich mit beiden Händen in die warme, weiche Erde. Noch einen Moment genoss ich das Gefühl dem Wald so nahe zu sein, dann stand ich auf und schlich auf dem gleichen Weg den ich gekommen war zurück.