Regen fällt auf den Asphalt
Die Tränenflut von Engeln
Ein Rauschen, Rinnen, Fliesen schallt
Von Ästen, Blättern, Stängeln.
Und über dem die Melodie
So sanft und leis, doch dringlich
Von meinem klagend Herzen, wie
Es ruft und sucht und findet dich.
Im frühen Morgennebel dann,
als noch der Tau das Land bedeckt,
Geschieht, was nie geschehen kann
Dein Kuss der mich vom Bette weckt.
Und schließlich, als in deinem Arm
Ich liege und zerfließe,
Fühl ich mich wieder ganz und warm
...als ob ich dich je gehen ließe.
„Und wenn du den Eindruck hast, dass das Leben Theater ist,
dann such dir eine Rolle aus, die dir so richtig Spaß macht.“
William Shakespeare
Mittwoch, 7. September 2016
Dienstag, 19. Juli 2016
Sommernachtstraum
In einer sternklaren Sommernacht saß ich beim Schein einer Kerze auf den Stufen vor meinem Haus und lauschte den Klängen der Nacht. Groß und hell strahlend stand der Mond am Himmel, bleich und rund. Leis erklangen Melodien in meinem Kopf, Lieder die mich im Geiste hinforttrugen an fremde Orte, weit weg von meinem im Schlaf zusammengesunkenen Körper im Hier und Jetzt.
Ich flog über dunkle Walder, nur von Mond und Sternen beschienen, über Flüsse, die wie glitzernde Bänder die grauen Ebenen durchmaßen, auf den Schwingen der Nacht. Hi und da kleine Lichter, die Zivilisation erahnen ließen, doch die Dunkelheit gehört dem Traum, die Dunkelheit gehört den Träumern.
Still war die Nacht und doch nicht ohne Klang. Ein Käuzchen rief, ein Rascheln in den Blättern, das Murmeln eines Baches.
Und erst als der Morgen graute,
als die Nebel aus den Wiesen emporstiegen um die letzten Geheimnisse der Nacht vor dem neuen Tag zu verbergen, als sich die ersten warmen Strahlen der Sonne über den Horizont schoben,
erst da erkannte ich das Wesen der Nacht,
erkannte und erwachte. Neu geboren im Mondschein.
Ich flog über dunkle Walder, nur von Mond und Sternen beschienen, über Flüsse, die wie glitzernde Bänder die grauen Ebenen durchmaßen, auf den Schwingen der Nacht. Hi und da kleine Lichter, die Zivilisation erahnen ließen, doch die Dunkelheit gehört dem Traum, die Dunkelheit gehört den Träumern.
Still war die Nacht und doch nicht ohne Klang. Ein Käuzchen rief, ein Rascheln in den Blättern, das Murmeln eines Baches.
Und erst als der Morgen graute,
als die Nebel aus den Wiesen emporstiegen um die letzten Geheimnisse der Nacht vor dem neuen Tag zu verbergen, als sich die ersten warmen Strahlen der Sonne über den Horizont schoben,
erst da erkannte ich das Wesen der Nacht,
erkannte und erwachte. Neu geboren im Mondschein.
Freitag, 15. Juli 2016
Dear NSA-profiler
Dear NSA-profiler,
I can see, that once in a while, you're checking my blog for terroristic activities. Thank you very much for being so kind to keep my blog clean of any illegal things.
Would be nice, if you could leave a comment some day ;)
Alva
I can see, that once in a while, you're checking my blog for terroristic activities. Thank you very much for being so kind to keep my blog clean of any illegal things.
Would be nice, if you could leave a comment some day ;)
Alva
Dienstag, 21. Juni 2016
Tiefschläge
Manchmal möchte man schreien.
Gerade erst hat man sich aufgerappelt,
den Schmutz abgeklopft
und noch nicht einmal Zeit gehabt richtig durchzuatmen,
da kommt der nächste Schlag, mitten in den Magen.
Man möchte schreien vor Schmerz,
vor Wut, vor lauter Hilflosigkeit.
Ist das fair?
Muss man damit wirklich leben?
Muss man das wirklich zulassen?
Muss man?
Kann nicht einfach mal alles nach Plan laufen?
Kann nicht einfach mal nicht ständig irgendetwas schief laufen?
Kann es?
Ich weiß es nicht.
Ich rapple mich auf,
klopfe den Schmutz ab
und warte auf den nächsten Schlag.
Gerade erst hat man sich aufgerappelt,
den Schmutz abgeklopft
und noch nicht einmal Zeit gehabt richtig durchzuatmen,
da kommt der nächste Schlag, mitten in den Magen.
Man möchte schreien vor Schmerz,
vor Wut, vor lauter Hilflosigkeit.
Ist das fair?
Muss man damit wirklich leben?
Muss man das wirklich zulassen?
Muss man?
Kann nicht einfach mal alles nach Plan laufen?
Kann nicht einfach mal nicht ständig irgendetwas schief laufen?
Kann es?
Ich weiß es nicht.
Ich rapple mich auf,
klopfe den Schmutz ab
und warte auf den nächsten Schlag.
Sonntag, 19. Juni 2016
Mondscheinträume
Der Mond war bereits aufgegangen, die ersten Nebelschwaden begannen sich wie das bleiche Haar, einer vom Sternenlicht geküssten Frau über die Hügel zu legen. Über der Oberfläche der spiegelglatten Quelle waren die Nebel besonders dicht und wirbelten und tanzten über das Wasser. Ein unachtsamer Wanderer hätte in ihnen vielleicht die Feen tanzen gesehen.
Im warmen Wasser der Quelle, in den tiefsten, dunklen Tiefen, lebte Eldris, die Herrin des Sternensees. Sie war einsam in ihrem Reich, das sich viele Meilen unter dem Felsgestein dahinzog und doch nicht gänzlich allein. Am Tage kamen Tiere zum trinken an ihre Ufer und Vögel sangen in den Bäumen ihre Lieder. Bei Nacht sah sie auf zu den Sternen, die ihr ihren Glanz schenkten, und zum Mond, der über sie wachte.
Nun in dieser Nacht, Eldris war an die Oberfläche geschwommen um im Mondlicht zu baden und ihr Lied zu den Sternen zu singen, lichtete sich plötzlich der Nebel und am Ufer stand eine Gestalt.
Niklas verließ das Dorf am frühen Morgen. Den ganzen Tag war er unterwegs hinauf in die felsigen, zerklüfteten Hochebenen jenseits der Fjorde. Es war bereits weit nach Sonnenuntergang, als er bemerkte, dass ihn seine Schritte nicht mehr auf dem bekannten Pfad trugen. Der Nebel verzerrte die Konturen der Landschaft und als sie sich schließlich für einen Moment lichteten, fand er sich an den Ufern einer warmen Quelle wieder. Da seine Glieder bereits von dem anstrengenden Aufstieg schmerzten und er befürchtete sich im Dunkeln noch weiter zu verirren, beschloss er ein Bad zu nehmen und zu rasten, ehe er am nächsten Tag weitergehen würde. Er war bereits so müde, dass ihm erst in dem Moment, die Melodie auffiel, die schon seit geraumer Zeit an sein Ohr drang, als sie abrupt abbrach. Suchend lag sein Blick auf der spiegelglatten Wasseroberfläche.
Eldris beobachtete ihn aus ihrem Versteck hinter einem Felsen. Einige Momente verharrte er dort am Ufer, ehe er sich wohl seines ursprünglichen Planes besann und begann seine Kleider abzulegen. Belustigt beobachtete die Nymphe den jungen Mann, doch immer noch blieb sie versteckt.
Er stieg vorsichtig ins Wasser, bedacht darauf, auf den glatten Steinen nicht auszurutschen. Die sanfte Wärme der Quelle umfing ihn und Nebel umtanzte in Schleiern und Schwaden seinen Kopf. Er schloss die Augen und übergab sich ganz den Heilkräften des Ortes. Die Strömungen des Quells fühlten sich auf seinen wunden Gliedern an, wie die Hände einer Geliebten, zart und doch voller Macht. Manchmal kamen sie den sanften Küssen weicher Lippen gleich, ein anderes Mal schien es, als ob sich feines Haar um seine Fußgelenke wandt. Seine Haut prickelte bei jeder geisterhaften Berührung und doch konnte er sich dem nicht entziehen. Im Gegenteil, die Vorstellung von einer schönen Frau umgarnt zu werden erregte ihn.
Es bereitete Eldris diebisches Vergnügen, den jungen Mann im Glauben zu lassen, es sei die Quelle, die ihn da liebkoste. Noch immer hatte er die Augen geschlossen und genoss den Augenblick. Sollte sie es riskieren sich ihm zu zeigen? Sollte sie ihn hinabziehen in ihr tiefes Reich? Wie würde er wohl reagieren?
Vorsichtig steckte sie den Kopf aus dem Wasser.
Ein leises platschendes Geräusch ließ ihn seine Augen öffnen. Überrascht und zugleich ein bisschen erschreckt registrierte er die nur um Handbreite entfernten, glänzenden Augen einer Frau, die ihn neugierig über der Wasseroberfläche ansahen. Die weichen Konturen ihrer Augenpartie wurden umrahmt von langem Haar, dass in nassen Strähnen herabhing und sich auf der Wasseroberfläche ringelte. Die Strähnen im Wasser schienen ein Eigenleben zu führen, sodass er für einige Augenblicke in ihren Anblick versunken blieb. Die Frau erhob sich noch ein wenig weiter aus dem Wasser, sodass ihre ebenmäßige Nase, ein paar voller Lippen und ein schmales Kinn zum Vorschein kamen. Die nassen Strähnen umspielten weiße, volle Brüste, die nur ansatzweise unter der Wasseroberfläche zu erahnen waren. Wie verzaubert war Niklas vom Anblick dieser Frau. Wer sie wohl war? Steckte sie etwa hinter den zarten Berührungen ? Und wie hatte sie wohl so lange unter Wasser die Luft anhalten können ? Seine Fragen wurden alle gleichzeitig beantwortet, als die Schöne ihre feingliedrige Hand aus dem Wasser hob und ihm damit über die Wange strich. Zwischen ihren schlanken Fingern waren fast durchsichtige Schwimmhäute zu erkennen und hie und da glitzerten weiche Schuppen auf ihrem Arm im Mondlicht. Er hielt die Luft an, doch anstatt sich unbehaglich zu fühlen, obsiegte die Neugier. Wer mochte dieses Geschöpf wohl sein?
Eldris konnte die Fragen über sein Gesicht huschen sehen und sie musste innerlich grinsen. Doch anstatt zu antworten, zog sie ihn nah an sich und küsste seine erstaunt offenstehenden Lippen. Und noch ehe er protestieren oder sich wehren konnte, zog sie ihn mit sich unter Wasser in die Tiefe der Quelle.
Im warmen Wasser der Quelle, in den tiefsten, dunklen Tiefen, lebte Eldris, die Herrin des Sternensees. Sie war einsam in ihrem Reich, das sich viele Meilen unter dem Felsgestein dahinzog und doch nicht gänzlich allein. Am Tage kamen Tiere zum trinken an ihre Ufer und Vögel sangen in den Bäumen ihre Lieder. Bei Nacht sah sie auf zu den Sternen, die ihr ihren Glanz schenkten, und zum Mond, der über sie wachte.
Nun in dieser Nacht, Eldris war an die Oberfläche geschwommen um im Mondlicht zu baden und ihr Lied zu den Sternen zu singen, lichtete sich plötzlich der Nebel und am Ufer stand eine Gestalt.
Niklas verließ das Dorf am frühen Morgen. Den ganzen Tag war er unterwegs hinauf in die felsigen, zerklüfteten Hochebenen jenseits der Fjorde. Es war bereits weit nach Sonnenuntergang, als er bemerkte, dass ihn seine Schritte nicht mehr auf dem bekannten Pfad trugen. Der Nebel verzerrte die Konturen der Landschaft und als sie sich schließlich für einen Moment lichteten, fand er sich an den Ufern einer warmen Quelle wieder. Da seine Glieder bereits von dem anstrengenden Aufstieg schmerzten und er befürchtete sich im Dunkeln noch weiter zu verirren, beschloss er ein Bad zu nehmen und zu rasten, ehe er am nächsten Tag weitergehen würde. Er war bereits so müde, dass ihm erst in dem Moment, die Melodie auffiel, die schon seit geraumer Zeit an sein Ohr drang, als sie abrupt abbrach. Suchend lag sein Blick auf der spiegelglatten Wasseroberfläche.
Eldris beobachtete ihn aus ihrem Versteck hinter einem Felsen. Einige Momente verharrte er dort am Ufer, ehe er sich wohl seines ursprünglichen Planes besann und begann seine Kleider abzulegen. Belustigt beobachtete die Nymphe den jungen Mann, doch immer noch blieb sie versteckt.
Er stieg vorsichtig ins Wasser, bedacht darauf, auf den glatten Steinen nicht auszurutschen. Die sanfte Wärme der Quelle umfing ihn und Nebel umtanzte in Schleiern und Schwaden seinen Kopf. Er schloss die Augen und übergab sich ganz den Heilkräften des Ortes. Die Strömungen des Quells fühlten sich auf seinen wunden Gliedern an, wie die Hände einer Geliebten, zart und doch voller Macht. Manchmal kamen sie den sanften Küssen weicher Lippen gleich, ein anderes Mal schien es, als ob sich feines Haar um seine Fußgelenke wandt. Seine Haut prickelte bei jeder geisterhaften Berührung und doch konnte er sich dem nicht entziehen. Im Gegenteil, die Vorstellung von einer schönen Frau umgarnt zu werden erregte ihn.
Es bereitete Eldris diebisches Vergnügen, den jungen Mann im Glauben zu lassen, es sei die Quelle, die ihn da liebkoste. Noch immer hatte er die Augen geschlossen und genoss den Augenblick. Sollte sie es riskieren sich ihm zu zeigen? Sollte sie ihn hinabziehen in ihr tiefes Reich? Wie würde er wohl reagieren?
Vorsichtig steckte sie den Kopf aus dem Wasser.
Ein leises platschendes Geräusch ließ ihn seine Augen öffnen. Überrascht und zugleich ein bisschen erschreckt registrierte er die nur um Handbreite entfernten, glänzenden Augen einer Frau, die ihn neugierig über der Wasseroberfläche ansahen. Die weichen Konturen ihrer Augenpartie wurden umrahmt von langem Haar, dass in nassen Strähnen herabhing und sich auf der Wasseroberfläche ringelte. Die Strähnen im Wasser schienen ein Eigenleben zu führen, sodass er für einige Augenblicke in ihren Anblick versunken blieb. Die Frau erhob sich noch ein wenig weiter aus dem Wasser, sodass ihre ebenmäßige Nase, ein paar voller Lippen und ein schmales Kinn zum Vorschein kamen. Die nassen Strähnen umspielten weiße, volle Brüste, die nur ansatzweise unter der Wasseroberfläche zu erahnen waren. Wie verzaubert war Niklas vom Anblick dieser Frau. Wer sie wohl war? Steckte sie etwa hinter den zarten Berührungen ? Und wie hatte sie wohl so lange unter Wasser die Luft anhalten können ? Seine Fragen wurden alle gleichzeitig beantwortet, als die Schöne ihre feingliedrige Hand aus dem Wasser hob und ihm damit über die Wange strich. Zwischen ihren schlanken Fingern waren fast durchsichtige Schwimmhäute zu erkennen und hie und da glitzerten weiche Schuppen auf ihrem Arm im Mondlicht. Er hielt die Luft an, doch anstatt sich unbehaglich zu fühlen, obsiegte die Neugier. Wer mochte dieses Geschöpf wohl sein?
Eldris konnte die Fragen über sein Gesicht huschen sehen und sie musste innerlich grinsen. Doch anstatt zu antworten, zog sie ihn nah an sich und küsste seine erstaunt offenstehenden Lippen. Und noch ehe er protestieren oder sich wehren konnte, zog sie ihn mit sich unter Wasser in die Tiefe der Quelle.
Montag, 30. Mai 2016
Momentum
Zarte Fingerglieder, eine Hand aus Rauch
Tasten mir im Nebel über Schultern, Arm und Bauch.
Verharren in den weichen Beugen meiner nackten Arme,
Hinterlassen Spuren, kleine, feuchte, warme.
Erkunden jede Narbe, die mich je gezeichnet hat,
Konturieren, gieren, zieren mein Schlüsselbein hinab.
Durchgestreckt, mein lieber Freund, ist jedes zarte Fingerglied,
Wenn elegant du auf mir spielst, in Ewigkeit dein Lied.
Tbc
Tasten mir im Nebel über Schultern, Arm und Bauch.
Verharren in den weichen Beugen meiner nackten Arme,
Hinterlassen Spuren, kleine, feuchte, warme.
Erkunden jede Narbe, die mich je gezeichnet hat,
Konturieren, gieren, zieren mein Schlüsselbein hinab.
Durchgestreckt, mein lieber Freund, ist jedes zarte Fingerglied,
Wenn elegant du auf mir spielst, in Ewigkeit dein Lied.
Tbc
A fragmentary of thoughts
Deep in thoughts
Trying to sleep but still awake
Deep down where no one follows
Why, For heavens sake?
Still awake
Still on the bottom of a thoughts filled lake.
Can't reach the top
Can't stop
Thinking
Blinking
It's after midnight now
And still somehow
I try to sleep and get some rest
Trying my best
At the blue hour
I am awake
(tbc)
Trying to sleep but still awake
Deep down where no one follows
Why, For heavens sake?
Still awake
Still on the bottom of a thoughts filled lake.
Can't reach the top
Can't stop
Thinking
Blinking
It's after midnight now
And still somehow
I try to sleep and get some rest
Trying my best
At the blue hour
I am awake
(tbc)
Sonntag, 7. Februar 2016
Träume/ Dreams
Ich ging
über eine Wiese im Frühling. Ein leichter Windhauch verfing sich in meinem
Haar, wirbelte weiße Blütenblätter wie Schneeflocken mit sich. Ich sah dein
Lächeln in den Wolken, spürte deine Hand mit jeder Berührung des Windes. Zuerst
war ich verwirrt, doch dann ließ ich es zu, dass du da warst, in meinen
Gedanken.
Ich ging
durch einen blühenden Garten im Sommer. Ging unter Bäumen, die Jahrzehnte alt
sich hier ihr Paradies erschaffen hatten. Unter ihnen gingst auch du, wie ein
Schatten mir folgend. Und mit jedem Schritt im Sonnenlicht spürte ich in der
Wärme deine Nähe, während ich das Gefühl hatte schon Jahrzehnte lang dort auf
dich gewartet zu haben.
Ich ging
durch den goldenen Wald im Herbst. Dort hieltest du zum ersten Mal meine Hand,
als wir gemeinsam durch das fallende Laub tanzten. Dort flüsterte ich dir zu,
was ich im Herzen längst gewusst hatte. Dort hast du mich zum ersten Mal
geküsst, unter einer Weide am Bach. Dort zerfloss ich in deinen Armen.
Ich ging
durch einen verschneiten Park im Winter. Du jagtest mich durch den Schneesturm,
ich versteckte mich in einem Labyrinth aus Bäumen. Wie vergessen war die Kälte
als du mich am Rande des zugefrorenen Sees einholtest. Wir brannten eine Nacht
lang, unsere Herzen schlugen zusammen bis sie schließlich verloschen.
Doch immer
wenn ich erwache bist du fort. Wenn ich erwache, erkenne ich was wahr ist. Und
das ist, dass wir nicht zusammen gehören. Wir sind glücklich, ohne Frage, doch
es verwirrt mich immer wieder, wie sehr sich Traum und Wirklichkeit
unterscheiden. Und manchmal trauere ich den Träumen hinterher, in denen wir verbunden
sind.
Ich weiß
es ist unrecht. Unrecht gegenüber allem was wahr ist. Und dennoch, wenn ich in
deine Augen sehe, sehe ich den Traum, sehe ich uns.
Und es
zerbricht mich.
Through a meadow I went in spring. A lightly breeze
caught in my hair, carrying white petals like snowflakes. I saw your smile on
the clouds, felt your hand with every touch of the wind. First, I was confused,
but then I let it happen, that you were there, in my thoughts.
Through a flowering garden I went in summer. Walked
under trees, that – ages old – had built their paradise in here. Under those
you were walking, too, like a shadow following me. And with every step in the
sunlight I felt the warmth of your presence, while I had the sensation of
having been waiting there for you about ages.
Through a golden forest I went in autumn. It was there
you held my hand for the first time, when we were dancing through the fallen
leaves. There I whispered into your ear, what I had already known in my heart.
It was there you first kissed me, under a willow tree by the stream. There I
melted away in your arms.
Through a snowy park I went in winter. You were
hunting me through a snow storm, I hid in a maze of trees. How forgotten was
the cold, when you reached me on the shore of the frozen lake. We were burning
the whole night long, our hearts beating together, till they extinguished in the
end.
But every time I awake you’re gone. When I awake, I
realize, what is true. And that is, that we do not belong together. We are
happy, that’s without question, but it confuses me every time, how much Dream
and truth differ. And sometimes I mourn the dreams, in which we are combined.
I know it’s wrong. Wrong against everything that’s true.
But still, when I am looking into your eyes, I can see the dream, I can see us.
And it breaks me.
Ein Augenblick (Teil 2)
ich Schritte hinter mir hörte.
Mit der Packung Tabletten in der Hand schloss ich die Schublade und drehte mich
um, in der Erwartung Svenja zu sehen. „Alles ok, Liebes, ich hab nur ein wenig
Kopfweh und...“ ich verstummte im Satz. Vor mir stand, schon wieder, David.
„Ich vermute, mich hattest du
damit nicht gemeint, sondern Svenja?“ Ein kurzes Lächeln huschte über seine
Lippen, doch in seine Augen erkannte ich
echte Sorge und noch etwas anderes, etwas was ich nicht zu deuten vermochte.
„Geht es dir gut? Kann ich etwas für dich tun?“ Mit den Kopfschmerztabletten in
der einen Hand und der anderen an meinem schmerzenden Kopf, bot ich wohl einen
ziemlich erbärmlichen Anblick. Wieder hatte ich das Gefühl, als ob seine Augen meinen Blick gefangen
hielten. Ich befreite mich davon, in dem ich blinzelnd die Augen niederschlug, dann antwortete ich mit leiser, leicht
heiserer Stimme: „Danke, aber ich habe nur ein bisschen Kopfweh, wenn ich eine
von denen nehme,“ ich schüttelte die Packung Tabletten, „geht es mir sicher
bald besser und ich kann mir ein Taxi kommen lassen.“ Er sah mich leicht
skeptisch an, ich schwankte ein wenig bei diesen Worten und wollte mich daher
am Schreibtisch festhalten. Doch irgendwie lenkten mich seine Augen schon
wieder so ab, dass ich stattdessen die Schublade zu fassen bekam, die natürlich
nachgab und zuging. Er musste die Überraschung in meinen Augen gesehen haben,
denn noch ehe ich mit dem Hinterkopf gegen die Schreibtischkante krachen
konnte, hatte er mich schon an den
Schultern gepackt und zurück gerissen, sodass ich ziemlich verwirrt in seinen
Armen landete. Mein Herz klopfte wie verrückt. Ob vor Schreck oder aufgrund
seiner plötzlichen Nähe, ich wusste es nicht zu sagen. Jedenfalls, anstatt mich
einfach wieder auf die Füße zu stellen, hielt er mich einige Momente länger
fest als wohl nötig gewesen wäre. Er roch leicht nach Wein, nach warmem
Körper, nach etwas Schweiß vermischt mit
einer Spur Parfum oder Deodorant. Ich konnte es in den Falten des Hemdes
an seiner linken Schulter riechen, an
der warmen Haut seines Halses. Spürte seinen Dreitagebart an meiner Wange, seine
starken Hände auf meinem Rücken. Ich war unfähig zu sprechen, für einige Augenblicke tatsächlich gefangen
von diesem Mann, nicht nur von seinem Blick. Noch ehe ich länger darüber
nachgedacht hatte, wurde sein Griff lockerer und ich konnte einen Schritt
zurück treten. Ein Fehler, wie sich herausstellte. Sofort begannen meine Beine
nachzugeben, noch ehe ich meinen leisen Dank vollständig über die Lippen
gebracht hatte. Ich musste aus lauter Nervosität wohl doch mehr getrunken
haben, als ich mir hatte eingestehen
wollen. Erneut waren seine Hände da um mich aufzufangen. In seinen Augen
flammten Sorge und noch etwas anderes. War es Wut? „Das hat so keinen
Sinn, Süße. Du gehörst nach Hause in
dein Bett! Ich rufe uns ein Taxi.“ Ich weiß noch, wie ich mir Gedanken gemacht
habe, wieso er denn von „uns“ sprach. Auch noch, wie ich mir artig meinen
Mantel anziehen und mich von ihm zum Aufzug bringen ließ. Danach verschwimmt
die Erinnerung. Doch immer wieder blitzten darin seine tiefblauen Augen auf und
hielten meinen Verstand gefangen.
Ich erwachte durch die Helligkeit,
die ich hinter meinen geschlossenen Liedern deutlich wahrnehmen konnte, und
durch einen furchtbar stechenden Schmerz, der meinen Schädel zu sprengen
schien. Mir war hundeelend zumute. Was zur Hölle hatte ich mit mir angestellt? Ich
fluchte leise und blinzelte ins Licht. Irgendwo in der Nähe raschelte es daraufhin
und ich hörte ein leises Lachen, ein männliches Lachen. Vor Schreck wäre ich
fast aus dem Bett gesprungen. Ich brauchte einige Sekunden um mich zu
orientieren. Ich war in meinem Schlafzimmer, in meinem Bett, ich war nackt, bis
auf ein T-shirt und eine Unterhose, mein Haar war an meinem Hinterkopf
zusammengebunden und in der Ecke neben dem Fenster saß ein Mann in meinem
Sessel, eine Zeitschrift in der Hand, und grinste mich vergnügt an. Ich zog mir
die Decke bis zum Hals und blinzelte nochmals in seine Richtung. Es war David.
Wer auch sonst. In meinem Kopf kreisten die Gedanken. Was in aller Welt hatte
er hier zu suchen? Mir kam ein schrecklicher Gedanke. Der musste mir wohl ins
Gesicht geschrieben gestanden haben, denn noch ehe ich ihn fragen konnte, antwortete er schon. „Keine Angst Süße, es
ist nichts passiert. Jedenfalls nichts, was du nicht lieber sowieso hättest
vergessen wollen.“ Ich war verwirrt,
noch mehr als zuvor. Wollte er mich verarschen? Wut und Panik kochten in
mir hoch, als ich ihn da so léger sitzen sah. „Scheiße, ich möchte trotzdem
wissen was passiert ist.“ Er sah mich forschenden Blickes an, so als ob er erwägen
müsste, ob ich ihm an die Gurgel gehen würde. Ich versuchte es mit einem
möglichst neutralen Gesichtsausdruck. Das schien ihn zufrieden zu stellen. „Na
gut. Kurz gesagt, dein Chef hat gegen
später nur noch billigen Rotwein ausschenken lassen, der dir absolut nicht
bekommen ist. Ich habe dich mit einem Taxi nach Hause gebracht und da du schon
auf der Fahrt ein wenig weggetreten warst,
hielt ich es für das Beste bei dir zu bleiben. Du hast dich selbst und
deine Toilette vollgekotzt, ich hab dir die Haare zusammengebunden. Du hast
versucht mich zu schlagen, als ich dir aus deinen dreckigen Klamotten helfen
wollte. Du hast ganze vierzehn Stunden geschlafen, etwas geschnarcht und ich
habe hier auf dem Sessel gesessen und auf dich aufgepasst.“ Er sah mich herausfordernd
an. „Ist das alles?“ fragte ich mit
krächzender Stimme und Kloß im Hals. Es klang härter als gedacht, ich fühlte
mich wirklich mies. Er sah mich überrascht an, leichte Verletzung und Wut
regierten nun seine Stimme. „Entschuldige, nein das war nicht alles. Ich bin
vielleicht ein zwei mal eingeschlafen,
nachdem ich dein Bad geputzt und deine Kleider gewaschen hatte. Achja
und ich hab dich für zwanzig Minuten allein gelassen, als ich beim Bäcker um
die Ecke Brötchen geholt habe. Und übrigens: Das Frühstück ist fertig. Seit
zwei Stunden.“ Seine anfängliche Belustigung war einer kaum aufrecht zu
erhaltenden Beherrschung gewichen. Er war sauer. Ich spürte wie ich knallrot
anlief. Das ganze war mir nicht nur unendlich peinlich, nein ich hatte ihm auch
noch Unrecht getan, wo er mir im Gegenteil sogar so viel Gutes getan hatte. Ich
war nicht fähig ihn anzusehen. Stattdessen nuschelte ich in meine Bettdecke:
„Es tut mir leid, dass ich dir diese ganzen Umstände gemacht habe. Ich fühle
mich jetzt ehrlich gesagt noch mieser als vorher. Und...“ Ich suchte nach den
richtigen Worten und zwang mich ihn anzusehen. "Ich danke dir von ganzem
Herzen." Offenbar genügte das bereits um ihn wieder aufzumuntern. Er
lächelte bereits wieder. „Dann kannst du ja jetzt erstmal Duschen gehen und ich
mach uns frischen Tee und schau mal ob der Trockner schon fertig ist, ich hätte
nämlich gern mein Hemd zurück“ Mit diesen Worten stand er auf und ging hinaus
in die Küche. Da erst fiel mir auf dass er meinen Gästebademantel trug,
vermutlich hatte ich seine Klamotten beim Übergeben auch ruiniert. Ich
verdrängte die Schuldgefühle schnell und ergab mich meiner noch einigermaßen
bestehenden, Kater bedingten Dösigkeit, die mich in Gedanken an eine warme
Dusche und heißen Tee fürs erste beruhigte und die Schuldgefühle in meinem
Hinterkopf lahm legte. An Svenja dachte ich nicht einen Moment. Ich schlüpfte
also in meinen Morgenmantel, der dankenswerterweise neben dem Bett auf einem
Stuhl lag, schnappte mir ein paar bequeme Klamotten aus dem Schrank und ging
ins Bad.
Minutenlang ließ ich das heiße
Wasser einfach nur über meinen Körper laufen. Meine kalten, schmerzenden
Glieder begannen sich langsam wieder lebendig anzufühlen, doch noch immer
fühlte ich mich innerlich ausgelaugt und leer, wie man sich eben fühlt, nach
einer durchzechten Nacht. Von der Wanne aus fischte ich nach der Zahnbürste und
putze mir die Zähne gleich unter der Dusche. Der pfefferminzige Geschmack im
Mund machte die Situation gleich besser. Ob David wohl geduscht hatte? Wohl
eher nicht. Als er aufgestanden und in die Küche gegangen war, hatte ich
bemerkt, wie müde und zerzaust er aussah und nun kam bei dem Gedanken, dass er
die ganze Nacht und den halben Tag auf meinem Sessel zugebracht hatte, das
schlechte Gewissen zurück. Warum tat er das alles? Und was war eigentlich mit
Svenja? Vor Schreck, bei dem Gedanken an sie, ließ ich das Shampoo fallen, mit
dem ich mich eben einseifen wollte. Mit einem lauten krachen landete es in der
Wanne. Ich wollte mich gerade danach bücken, als mit einem ebenso lauten Knall
die Badezimmertür aufgerissen wurde und David, mit nacktem Oberkörper und halb
zugeknöpfter Hose im Raum stand. „Ist alles ok mit dir? Bist du gestürzt?“
stieß er hervor, noch ehe er realisierte, was wirklich passiert war. Ich wollte
etwas sagen, ihn hinaus werfen, ihn anschreien, doch meine Stimme versagte beim
Anblick seines nackten Oberkörpers. Ich sah ihn nur an und diesmal hielten
seine Augen die meinen fest, ohne sie wieder loszulassen. Die Sorge darin war
so schnell gewichen, wie meine Intention zu schreien. Stattdessen kam darin nun
eben jenes dunkle Funkeln zum Vorschein, das ich bereits so oft nur für
Sekundenbruchteile gesehen hatte. Doch diesmal schien es ihn gänzlich
auszufüllen, nicht nur sein Gesicht. Dass ich vor Schreck das Shampoo ein
zweites Mal fallen gelassen hatte, tat nun auch nichts mehr zur Sache.
Mein Herz schlug bis zum Hals,
als er sich seiner Hose entledigte und zu mir in die Dusche stieg. Nicht einmal
unterbrach er dabei unseren Blickkontakt, so als wäre er die einzige
Möglichkeit diesen Moment zu erhalten, die einzige Möglichkeit alle Zweifel
auszusperren. Und tatsächlich, solange ich in seine Augen sah, war mein
Verstand wie betäubt und in meiner momentanen Verfassung fehlte mir schlicht
die Kraft, der Wille ihm zu widerstehen. Er sprach kein Wort und auch mir
schien nun alles Gesprochene überflüssig. Nur die tiefen Gebirgsseen zählten,
nur die starken Hände, die meine Arme hinabglitten, meine Handgelenke umfassten
und sie mit sanfter Gewalt nach oben über meinen Kopf zogen, wo er sie mit
seinem Unterarm fixierte. Es zählten nur seine Lippen, die sich meiner
bemächtigten, die das Wasser von meinem Hals küssten, als wären es die letzten
Tropfen auf Erden. Es zählte nur seine warme Haut, die meine Nähe suchte, die
Kraft, die mich an die Duschwand drückte und das kribbelnde Gefühl zu fallen, in
ungekannte Tiefen, das mich von Kopf bis Fuß durchzog. Seine Hände waren
überall auf meinem Körper, doch er wollte mir nicht erlauben die meinen zu
benutzen. Jedes Mal wenn ich doch versuchte sie von dort oben wegzunehmen, biss
er mich dort, wo mich seine Lippen gerade verwöhnten. So fügte ich mich seiner
Führung, überließ mich der Tiefe seiner
Augen. Seine Finger in meinem Haar, hielt er meinen Kopf wie ein zerbrechliches
Ei in seinen Händen um mich zu küssen. Und noch immer umströmte uns das heiße
Wasser. Umströmte meine Brüste, während er sie zugleich sanft und fordernd
zwischen seinen Fingern massierte. Sämtliche Gedanken, sämtliche Bedenken
schienen vom Wasser davongespült worden zu sein. Mein ganzes Denken war durch
ein intensives Fühlen abgelöst worden, seine Berührungen die Gedankenblitze im
Gewirr der unendlichen Nervenenden. Mein Atem ging flach, ich keuchte hörbar
und unkontrollierte Laute entrannen meiner Brust. Der schmale Grat zwischen dem
Wunsch, dass er nicht aufhören möge und dem, endlich erlöst zu werden, wurde
immer geringer. Auch ihm schien es nicht anders zu ergehen. Seine Augen wollten
mich verschlingen, doch gleichzeitig glänzten sie in diebischer Freude darüber,
dass er mehr zur Beherrschung fähig war, als ich. Inzwischen hatte er mich
soweit, dass ich nicht länger fähig war auf meinen eigenen Beinen zu stehen und
zitternd vor ihm auf die Knie sank. Seine Erregung sprang mir förmlich ins
Gesicht und ich ging davon aus, dass er nun seinen Teil einfordern würde. Doch
weit gefehlt. Er stellte das Wasser ab, hob mich auf und half mir aus der
Dusche. Sorgsam setze er mich auf den Rand der Wanne und begann zuerst mich,
dann sich abzutrocknen. Dann nahm er mich sanft bei der Hand und führte mich
zurück in mein Schlafzimmer. Draußen war es inzwischen dunkel und es schneite.
Drinnen war es angenehm warm, als er mich auf dem Bett absetzte und die Kerzen
die er auf meinem Nachttisch anzündete warfen ein angenehmes Licht auf die
Szenerie. Ich konnte keine Sekunde den Blick von ihm lassen. Der goldene Schein
der Kerzen brachte seine Haut zum Glänzen, sein Haar zum Leuchten, seine Augen
zum Funkeln. Die Schatten, die sie umgaben, hüllten ihn ein, verliehen ihm
etwas von undurchdringlicher Tiefe. Für einen Augenblick hatte ich das Gefühl
in seine Seele blicken zu können. Dann, als hätte man ein wildes Tier
entfesselt, änderte sich sein Blick und jede Zurückhaltung war verschwunden,
als er mich aufs Bett warf um sich endlich zu nehmen, was er sich unter der
Dusche verdient hatte. Mit einer Hand in meinem Haar, bog er meinen Oberkörper
zurück und zwang gleichzeitig mit der zweiten meine Oberschenkel auseinander.
Ich schrie kurz auf, als er mich so brutal zu nehmen begann, doch auch wenn die
Berührung seiner Hände fordernder und seine Küsse härter waren als zuvor, so
spürte ich in ihnen noch immer dieselbe Vorsicht. In gleichmäßig zunehmendem
Rhythmus drang er in mich ein, immer und immer wieder, bis ich fast zerfloss
vor Verlangen. Dann warf er mich herum und begann mich kniend zu nehmen,
während er mich mit einem Arm an sich presste und mit der anderen Hand zwischen
meine Beine glitt um mich endgültig um den Verstand zu bringen. Das Dunkel um
mich herum schien in Funken zu explodieren, beide schrien wir und keuchten vor
Lust und Erschöpfung, alles in mir zog
sich zusammen zu einem einzigen kribbelnden Ball aus Feuerwerk und Schmerz und
Lust. Noch immer bewegte er sich vorsichtig in mir, zog mich an sich und
streichelte sanft meine Haut. Immer wieder zuckte ich zusammen unter seiner
Berührung, kuschelte mich an ihn, spürte sein klopfendes Herz unter meiner
Hand, als wir langsam in den Schlaf hinüberglitten.
Als ich am nächsten Morgen
erwachte, war mein schlechtes Gewissen leider schon wach. Ich lag neben dem
Freund meiner Kollegin im Bett. Ich hatte mit ihm geschlafen. Und das
schlimmste war, dass ich es genossen und nicht einmal bereut hatte. Wie sollte
ich das jemals wieder gut machen? Übelkeit breitete sich in meinem Bauch aus.
Ich fühlte mich hilflos und verzweifelt. Ich wagte nicht mich umzudrehen und ihn
anzusehen. Als er einige Minuten später ebenfalls aufwachte, spürte er sofort,
dass etwas nicht in Ordnung war. Ich zuckte zusammen, als er mein Schulterblatt
küssen wollte und entzog mich seiner sanften Hand. „Was ist mit dir?“ Seine
Stimme klang rau und verletzt. Ich schluckte den riesigen Kloß in meinem Hals
hinunter und versuchte nicht in Tränen auszubrechen, dann sagte ich mit
belegter Stimme: „Wie konnten wir nur? Wie konnten wir das Svenja nur antun?
Wie...“ Er unterbrach mich: „Svenja? Sie weiß doch, dass ich hier bin.“ In
meinem Kopf schrillten die Alarmglocken. „Sie weiß, dass du hier bist?“ fragte
ich ungläubig, während ich mich zu ihm umdrehte um ihn anzusehen. Er sah
belustigt aus. „Klar. Sie hat mir ja befohlen, ein wenig nach dir zu sehen und
dafür zu sorgen, dass du sicher nach Hause kommst, bevor sie von ihrem Vater
abgeholt wurde. Da ist sie einfach stur meine kleine Schwester.“ Nun drehten
sich die Gedanken in meinem Kopf wie ein Karussell. „Deine Schwester ?“ „Ja,
was dachtest du denn?“ Ich sah ihn entgeistert an. Hatte ich mich etwa die
ganze Zeit geirrt? Mir die ganze Zeit umsonst
Gedanken gemacht? „Ich dachte sie wäre deine Freundin, ich meine dass
ihr ein Paar ...und nicht ... Ich bin völlig durcheinander." Er grinste
nun noch breiter. Dann nahm er mich in seine Arme und sah mich eindringlich an,
als er sprach: „An dem Abend, als wir uns das erste Mal gesehen haben, bin ich
für ihren Freund eingesprungen um sie abzuholen, da er einen wichtigen Termin
hatte und am Freitag bei der Weihnachtsfeier hat sie mich auch nur mitgenommen,
weil Daniel, so heißt ihr Freund nämlich, sich eine dicke Erkältung
eingehandelt hat. Im Übrigen befürchte ich, dass meine liebe Schwester versucht
hat uns zu verkuppeln.“ David grinste noch immer. In meinem Kopf ging es
drunter und drüber, was mir wohl auch anzusehen war. Doch allmählich drang die
gute Nachricht auch zu meinem Gehirn durch und ich spürte das vertraute
Kribbeln von Freude, das mich durchströmte. „Das heißt also wir haben nichts
Unrechtes getan? Wir können zusammen sein?“ „Wir haben nichts getan weswegen
wir uns schämen müssten. Und wenn du das möchtest, ja, dann können wir zusammen
sein.“ Und mit diesen Worten nahm er mein Gesicht in seine Hände und ich
versank im tiefen Meer seiner wundervollen Augen, mit seinem Kuss auf meinen
Lippen.
Ein Augenblick
The following story is fictional. It is my way of dealing with dreams. (please also take notice of the post before) Similarities with living persons are coincidence. (Explicit content includet!)
Ein Augenblick
Ich wusste es war falsch ihn so
anzusehen. Ich wusste, dass meine Gedanken verboten waren, dass ich sie
unterdrücken sollte. Mein Gott, wie seine sanften blauen Augen sich in meine
Netzhaut gebrannt hatten, nicht, dass sie einfach nur sanft gewesen wären.
Nein. Trügerisch, wie ein Gebirgssee, lauerten ungeahnte Tiefen unter der so
ruhig und sanft anmutenden Oberfläche. Nur ein gelegentliches Funkeln, eine
kaum merkliche Regung der Muskeln um seine Augen, ein kaum merkliches
Schmunzeln in seinen Mundwinkeln, verrieten den Mann, der sich hinter der sanften
Fassade des intelligenten, liebevollen Partners meiner Kollegin verbarg.
Richtig, meiner Kollegin! „Herrgottnocheins! Schlag ihn dir aus dem Kopf!“
brüllte mir mein Verstand in jeder freien Sekunde, die ich an tiefe Gebirgsseen
dachte ins Gesicht. Doch dann war da wieder sein leicht zerzaustes, blondes
Haar und sein muskulöser Oberkörper, der sich unter dem eng anliegenden Shirt
abzeichnete und die Stimme in meinem Hinterkopf zerrann zu einem bloßen
Hintergrundgeräusch, einer Melodie, wie sie an spannenden Szenen in Krimis und
Thrillern eingespielt wird. Und genau das machte die ganze Sache so erregend.
Ich hatte bereits einige Männer kennengelernt, hatte Erfahrungen gesammelt,
hatte gelernt zu spielen und zu gewinnen. Natürlich waren ein ums andere Mal
auch Enttäuschungen dabei gewesen. Doch unterm Strich hatte ich stets bekommen,
was ich wollte. Wenn man lange nur mit dem heißen Wachs der Kerzen gespielt
hat, gewinnt die Flamme immer mehr an Reiz, je länger sich ihr Licht in die
Netzhaut gebrannt hat.
Als Svenja bei uns in der Kanzlei
angefangen hatte, war ich selbst gerade erst zwei Monate dabei und so schlossen
wir schon in den ersten paar Tagen, im Beisein des Wasserkochers in der
Teeküche Freundschaft. Als Neuling und Fastneuling bekamen wir am Anfang nur
die Aufgaben, die sonst keiner machen wollte und so waren wir oft die letzten
die am späten Abend das Büro verließen. Es entwickelte sich ziemlich rasch eine
symbiotische Beziehung, in der ich Kekse und Plätzchen und sie die
ausgefallensten Teesorten beizusteuern hatte, während wir über dicken
Aktenordnern brüteten und unsere Kollegen nach und nach Feierabend machten. Wir
warteten stets aufeinander, gingen zusammen zur Tiefgarage und parkten unsere
Autos auch immer nebeneinander. Kurz wir passten aufeinander auf. Sie war ein
wenig älter als ich, hatte also bereits einige Jahre in einer Kanzlei in
Frankfurt gearbeitet und gab mir häufig Ratschläge, wenn ich im Büro nicht
weiter wusste. Im Gegenzug beriet ich sie in technischen und stilistischen
Fragen. Sie war eine hübsche Frau, normal gebaut, glattes, blondes Haar, schöne
mandelförmige Augen und schmale, sanft geschwungene Lippen. Ihre unglaubliche Intelligenz und
Wortgewandtheit ließen mich oft vor Neid erblassen und ich war stolz mit ihr
zusammen arbeiten zu dürfen. Doch bei alledem war sie immer etwas unsicher, wenn es um ihr Äußeres ging und kam daher in diesen Fragen dankbar zu mir. Über unser
Privatleben sprachen wir hingegen kaum und so wusste ich auch nichts von ihrem
Freund.
Eines Abends, wir hatten wieder
länger gearbeitet und es war schon dunkel draußen, warteten wir gerade vor dem
Aufzug, als sie mir erzählte, dass ihr Auto in der Werkstatt war und sie
deshalb von ihrem Freund abgeholt werden würde. Sie stieg daher im Erdgeschoss
aus, winkte mir zum Abschied und ging auf die großen Glastüren zu, die den
Eingang des Gebäudes bildeten. Durch die spiegelnden Scheiben hindurch erkannte
ich nur eine dunkle Limousine, auf deren Fahrersitz ein blonder Mann saß, der
Svenja lächelnd die Tür öffnete, als er sie kommen sah. Dann schlossen sich die
Aufzugtüren wieder. Ich fuhr hinab in die Tiefgarage, stieg in meinen Wagen und
fuhr nach Hause. Am nächsten Abend erfuhr ich von Svenja, dass die Reparatur
wohl noch einige Tage in Anspruch nehmen würde, da irgendwelche Ersatzteile
erst bestellt werden mussten. Als sie erneut den Aufzug im Erdgeschoss
verließ, entschuldigte sie sich verlegen, dafür, dass ich nun allein in die
Tiefgarage fahren müsste. Erneut strebte sie auf die Glastüren zu, derselbe
Wagen stand vor der Tür, der blonde Mann am Steuer. Die Türen schlossen sich.
Ich fuhr nach Hause. Einige Tage vergingen auf diese Weise. Am Freitagabend,
wir fuhren wie üblich mit dem Aufzug nach unten, die Türen öffneten sich, da
stand ER im Foyer. Eine legere dunkelblaue Stoffhose, braune Lederschuhe,
brauner Gürtel, blau kariertes Hemd, offenes dunkelblaues Sakko, in der Hand
einen Strauß Blumen. Er lächelte als er uns sah, pardon, als er sie sah. Sie
ging auf ihn zu. Die Türen schlossen sich. Und im letzten Moment, als sich der Spalt fast geschlossen
hatte, trafen sich unsere Blicke. Dass der Aufzug langsam tiefer sank, nahm ich
kaum wahr, genauso wenig, wie den Weg zu meinem Auto oder die Fahrt nach Hause.
Die ganze Zeit über sah ich in diese blauen Augen.
Das Wochenende war unerträglich.
Ich träumte von ihm, sowohl im Schlaf, als auch im wachen Zustand. Immer spürte
ich dieses Prickeln auf der Haut, als würde er mich erneut ansehen. Ich
erwachte morgens mit vor Schweiß klebriger Haut und dem Gefühl, mich die
ganze Nacht mit einem Mann in den Decken vergnügt zu haben. Verkatert und
übermüdet, doch leider nicht befriedigt. Im Gegenteil. Allein vor dem Frühstück
befriedigte ich meine Bedürfnisse dreimal selbst, bevor ich überhaupt
einigermaßen in der Lage war aufzustehen. Die kühle Dusche lenkte mich
wenigstens für ein paar Minuten ab. Doch nachdem ich Müsli und Joghurt
heruntergeschlungen und die Wäsche gewaschen hatte, signalisierte mir mein
Körper erneut, dass er es nicht hinnehmen würde, weitere drei Monate ohne Sex
auszukommen. Erneut dachte ich an blaue Augen, die hinter Aufzugtüren
verschwanden. Ich schüttelte den Kopf, wie um das Bild los zu werden, und
beschloss einen ausgiebigen Spaziergang in der Herbstsonne zu unternehmen,
bevor ich wieder auf dumme Gedanken kommen konnte.
Ich schnappte mir meine
Handtasche, ein Buch und eine Flasche Wasser und verließ das Haus zum
Hinterausgang. Ich ging ein Stück die Straße abwärts, bevor ich auf den Weg zum
Park einbog. Schon von weitem konnte man die Wipfel der herbstlich bunt
gefärbten Bäume über dem Häusermeer aufragen sehen und kaum hatte ich den
nächsten Häuserblock erreicht waren auch die vertrauten Gerüche nach
vertrocknetem Laub, herabgefallenen Pflaume und taufeuchtem Gras greifbar. Ich
überquerte die Straße und trat ein in die grüne Oase inmitten der Großstadt. So
früh an diesem Samstagmorgen waren bereits erstaunlich viele Spaziergänger,
Hundebesitzer und Jogger unterwegs. Und auch der Kletterfelsen am südlichen
Ufer des Sees schien bereits einen frühen Besucher zu haben, der sich gerade
anschickte eine Route an der dem See zugewandten Seite zu erklimmen. Da ich
meine freie Zeit oft mit einem Buch auf einer Parkbank sitzend und das bunte
Treiben beobachtend verbrachte, entschied ich dies auch heute zu tun. Und da
ich neugierig war, wer wohl so früh schon am Felsen war, beschloss ich mich in der Nähe desselben auf einer Bank
niederzulassen. Vielleicht würde mich der Anblick eines anderen Mannes auf
andere Gedanken bringen. Ich umrundete den See, grüßte einen Spaziergänger mit
Hund und zwei Joggerinnen und setzte mich zu Füßen einer Kastanie auf eine der
nagelneuen Parkbänke. Neben mich stellte ich Handtasche und Wasser und griff
dann nach dem Buch, das ich mitgebracht hatte. „Die Wahlverwandtschaften“. Ich
hatte klassische Literatur schon immer gemocht, besonders Goethe. Die Sonne
hing noch sehr tief und schien mir direkt ins Gesicht, sodass ich meine
Sonnenbrille herauskramte. Leider saß ich genau so, dass der Felsen direkt von
hinten von der Sonne beleuchtet wurde und der einsame Kletterer somit nur ein
schwarzer Schatten vor der grauen Felswand und der orangeleuchtenden
Sonnenscheibe war. Enttäuscht widmete ich mich Goethe. Als ich eine Weile
gelesen hatte, war die Sonne langsam weiter gewandert, sodass ich die Brille
wieder abnehmen konnte. Inzwischen war der Kletterer mit einer anderen Route
beschäftigt, sein muskulöser Rücken spannte sich unter dem Shirt und
Schweißflecken waren überall auf dem blauen Stoff zu sehen. Sein blondes Haar
klebte ihm bereits am Hinterkopf, auch er trug eine Sonnenbrille. Ich sah ihm
eine Weile zu, doch da er mit dem Rücken zu mir kletterte, konnte ich nicht
mehr von ihm erkennen, sodass ich mich wieder meinem Buch widmete. Es wurde
langsam später Nachmittag, als der Himmel plötzlich zuzog und ich zu frösteln
begann. Nur einen dünnen Pullover zu tragen, war vielleicht doch keine gute
Idee gewesen. Ich packte meine Sachen ein, schwang mir die Tasche über die
Schulter und sah noch einmal nach dem Kletterer, der ebenfalls den Wetterumschwung
bemerkt hatte und nun eilig seine Schuhe wechselte. Er sah kurz auf, als er
mich bemerkte. Ich erstarrte und ließ beinahe meine Tasche fallen. Es war
Svenjas Freund! Da hatte ich den ganzen Vormittag versucht diese blauen Augen
zu vergessen und nun sahen sie mich direkt an, ohne schützende Aufzugtür
dazwischen. Und so verschwitzt und zerzaust sah er sogar noch besser aus, als
im ordentlichen Sakko. Erneut begann mein Herz zu klopfen und meine Haut
prickelte, als wäre ich in einen Ameisenhaufen gefallen. Ich hatte wohl etwas
zu lang gestarrt. Er lächelte mich fragend an und im selben Augenblick schien
auch er sich zu erinnern. Ein seltsamer Schatten des Erkennens huschte über
sein Gesicht. Er nickte mir zu, lächelte, deutete zum Himmel und ehe ich noch
etwas sagen konnte ging er schnellen Schritts in Richtung des nahen
Parkausgangs davon. Es war als wäre ein Bann von mir genommen. Für einen Moment
war ich unschlüssig was ich tun sollte. Dann wurde mir wieder bewusst, wie kalt
es geworden war und ich beeilte mich nach Hause zu kommen.
Als ich in der Badewanne lag,
umgeben von heißem Wasser, und duftendem Schaum, ließ ich in Gedanken den Tag
erneut an mir vorüber ziehen. War er es wirklich gewesen? Wie hatte ich ihn
nicht sofort erkennen können? Und hatte er mich wirklich auch erkannt? Ob er
mitbekommen hatte, dass ich ihn beobachtete, ihm auf den Hintern gestarrt
hatte? Ich spürte, wie mir das Blut in die Wangen schoss. Hoffentlich erzählte
er Svenja nichts davon. Schlimm genug, dass ich in meinen Träumen mit ihrem
Freund schlief. Da musste sie nicht auch noch wissen, dass ich ihn
unwissentlich einen ganzen Tag lang beobachtet hatte. Der Gedanke an Svenja,
die mir am Montag wütend ihren Kaffee ins Gesicht kippen würde, verfolgte mich
die ganze Nacht, immer wieder unterbrochen von den Augen ihres Freundes und
seinen muskulösen Gliedmaßen, die verschwitzt an einem großen Felsen Halt
suchten. Den Sonntag überstand ich nur mit Mühe und Not. Das Essen bei meinen
Eltern zog an mir vorbei und ich erinnerte mich später zu Hause nicht einmal
was es gegeben hatte. Als ich dann ins Bett ging, malte ich mir erneut Svenjas
enttäuschtes Gesicht aus. Sie würde doch sicher mitbekommen, dass etwas mit mir
nicht stimmte. Ich konnte doch meine Gefühle so schwer verbergen, bestimmt
würde sie bemerken, dass ich ihr etwas verheimlichte.
Als ich am Montag früh erwachte,
war ich unglaublich müde. Bestimmt hatte ich die halbe Nacht wach gelegen und
mir die schlimmsten Szenarien ausgemalt. Mein Kopf war erfüllt von einem
dichten Nebel, den nicht einmal eine große Tasse Kaffee verdrängen konnte und
nachdem ich mich einigermaßen vorzeigbar hergerichtet hatte fuhr ich mit
klopfendem Herzen zur Arbeit. Svenja war bereits da, ihr Auto war offenbar
repariert worden und es stand auf seinem angestammten Parkplatz, neben meinem.
Der Aufzug war ziemlich voll, sodass ich, eingekeilt zwischen zwei Bankern und
einer Kollegin aus der Buchhaltung, die vier Becher Kaffee auf einem
Aktenordner balancierte, keine Chance hatte mich noch einmal im Spiegel
anzusehen oder eventuelle
Entschuldigungsworte zu üben. Svenja saß wie üblich an ihrem Schreibtisch, als
ich eintrat. Sie war gern schon etwas früher da, so habe sie noch einen Moment
Ruhe vor dem großen Sturm, hatte sie mir einmal erzählt. Sie begrüßte mich mit
einem strahlenden Lächeln und begann mich gleich über die Aufgaben des heutigen
Tages in Kenntnis zu setzen. Dann sah sie mich besorgt an und fragte ob ich
schlecht geschlafen hätte, ich sähe furchtbar aus. Ich sah sie an. Keine
Enttäuschung. Keine Wut. Nicht einmal Misstrauen war auf ihrem Gesicht zu
erkennen. Sie hielt mir eine Tasse hin. „Trink! Dann geht’s dir im Handumdrehen
besser.“ Ich trank. Es war irgendein Tee. Leicht bitter, etwas nussig und
irgendwie ein Hauch Algen. Ich würgte das Gebräu hinunter und tatsächlich
fühlte ich mich kurz darauf um einiges besser. Die Wärme breitete sich in
meinem Magen aus und hinterließ ein wohliges Gefühl, als würde eine kleine
Sonne in meinem Inneren aufgehen. Ich dankte ihr und vergaß darüber völlig
meine Sorgen vom Vortag. Wir arbeiteten wie üblich bis spät in den Abend
hinein, verließen, wie gewöhnlich, gemeinsam das Büro, nahmen den Aufzug. Erst
im Aufzug erinnerte ich mich. Doch ich war viel zu müde um lange darüber
nachzudenken. Wir verabschiedeten uns in der Garage und fuhren unserer Wege.
Kurz vor Weihnachten stand die obligatorische
Kanzlei-Weihnachtsfeier an. Zusätzlich zum besonders üppigen Weihnachtsbonus
war es in diesem Jahr, dank guter Auftragslage, gestattet mit Begleitung zu
erscheinen. Da ich allerdings bis zuletzt bis zum Hals in Arbeit gesteckt
hatte, war mir dieser Zusatz entgangen, zumal ich ohnehin derzeit ein
Singledasein führte, und so trat ich am 18. Dezember um 19.30Uhr allein aus dem
Aufzug im 7. Stock und fand mich zwischen Sektgläser-balancierenden Grüppchen
von Kollegen und ihren Partnern im weihnachtlich geschmückten Foyer unserer
Kanzlei wieder. Leicht frustriert, dass ich nicht einmal meinen Cousin gefragt
hatte, ob er mich nicht begleiten wolle, schnappte ich mir eines der Sektgläser
von einem der vorbeiwandernden Tabletts und klapperte die einzelnen Grüppchen
ab, um die üblichen Freundlichkeitsfloskeln und Weihnachtswünsche
auszutauschen. Als ich Svenja ausmachte, freute ich mich einfach nur, sie zu
sehen. Auch sie war offensichtlich ohne Begleitung gekommen, was mich sehr
beruhigte. Denn inzwischen hatte ich seit einigen Wochen nicht mehr an blaue
Augen gedacht und war ganz froh, dass er mir auch sonst nirgendwo begegnet war.
Es schneite nun seit gut drei Wochen ununterbrochen, sodass an ausgedehnte
Spaziergänge oder Klettern nicht zu denken war. Ich ging zu ihr hinüber. Sie
unterhielt sich gerade mit der Frau eines Kollegen über die äußerst üppige
Weihnachtsdekoration, sodass ich einfach in das Gespräch mit einstieg. Wir
hatten uns gerade ein paar Minuten unterhalten, als ich das Gefühl hatte, dass
jemand hinter mir stand. Ich drehte mich um und da stand ER. Direkt vor mir.
Etwas näher als üblicherweise nötig gewesen wäre, doch der Raum hatte sich zu
füllen begonnen und er hatte sich zwischen zwei anderen Grüppchen hindurch in
unsere Ecke zwängen müssen. Ich sah ihm direkt in die Augen. Er wand den Blick
nicht ab. Es war, als würden seine Augen die meinen festhalten, sie mit sich in
die Tiefe ziehen. Ich roch das Parfum auf seiner warmen Haut, die Seife mit
denen er soeben seine Hände gewaschen haben musste, ein wenig Schweiß. Die
Mischung brachte mich völlig aus dem Konzept, mir wurde leicht schwindelig.
Svenja fragte ob alles in Ordnung sei. Ich bejahte und entschuldigte mich für
einen Moment. Dann flüchtete ich zur Toilette. Dort öffnete ich das kleine
Fenster und ließ mir die kalte Dezemberluft ins Gesicht wehen. Das tat gut. Ich
begann mich langsam wieder zu beruhigen. Es hätte mir natürlich klar sein
müssen, dass sie ihn mitbringen würde. Verdammt! Was hatte ich mir eigentlich
gedacht? Nun mussten sie mich beide für völlig bescheuert halten. Ich sah mich
im Spiegel an. Bleich wie die Wand. Und Wangen so rot wie das Kleid, das ich
trug. Ich zupfte ein wenig daran herum, der Wasserfallausschnitt hatte sich
durch den Wind etwas verschoben. Der dunkelrote Stoff fühlte sich seidig und
weich zwischen meinen Fingern an. Einige Haarsträhnen hatten sich aus meiner
Frisur gelöst, doch ich fand es sah nun nicht mehr ganz so gezwungen aus und so
wusch ich mir nur kurz die Hände, bevor ich, tief durchatmend, wieder ins Foyer
zurückging. Inzwischen hatte man den Konferenzraum geöffnet wo uns ein üppiges
Buffet und viele kleine Tischgruppen erwarteten. Svenja und einige der anderen
hatten sich bereits hinein begeben und Tische belegt. Sie winkte mich zu sich,
als sie mich sah, neben ihr war ein Platz frei, auf der anderen Seite saß ER.
Ich atmete noch einmal tief durch und ging dann zielstrebig auf meinen Platz
zu, ohne ihn eines einzigen Blickes zu würdigen. Mit jedem Schritt spürte ich
jedoch seinen Blick auf mir ruhen. Bei Tisch bemühte ich mich so normal wie
möglich Konversation zu betreiben, doch ich vermied es nach Möglichkeit IHN
direkt anzusehen. Es stellte sich heraus, dass ER, sein Name war David, als IT
Spezialist bei einem großen Unternehmen in der Stadt arbeitet. Er sei nicht der
große Fan von Weihnachtsfeiern, meinte er, aber er habe Svenja ja nicht allein
gehen lassen können. Sie kicherte, knuffte ihn dabei leicht in die Seite und
nannte ihn Scherzkeks. Nach und nach nahm meine Anspannung ab. Während des
Essens floss der Wein in Strömen und auch danach noch, ließ man uns nicht auf
dem Trockenen sitzen. Ich ertappte mich immer wieder dabei, wie ich David
ansah. Wenn er aufstand, wenn er zum Buffet ging, wenn er sich setzte, wenn er
etwas sagte. Wenn er es bemerkte sah er zurück, nur für einen Moment, der mir
jedoch ewig erschien, schien er meinen Blick festzuhalten. Dann zog dieser
seltsame Schatten über sein Gesicht. Nur für den Bruchteil einer Sekunde. Als
würde die Welt kurz den Atem anhalten. Dann drehte sie sich wieder weiter, mein
Blick war freigegeben, die Party ging weiter. Svenja bemerkte nichts davon.
Auch ihr schmeckte der Wein. Es war bereits nach ein Uhr nachts, als ich,
Svenja war wohl erneut auf die Toilette verschwunden, bemerkte, wie mir der
Wein langsam zusetzte. Ich entschuldigte mich bei der Tischgesellschaft und
ging hinaus, den Gang hinab zu dem Büro, das Svenja und ich gemeinsam
„bewohnten“. Irgendwo im Schreibtisch mussten doch noch ein paar
Kopfschmerztabletten sein. Ich stand gerade, den Rücken zur Bürotür, über die
Schublade gebeugt, als
Appologies
I didn't post for a long time now. You could say, I wasn't in the moods for it, but in fact, I was totaly down. I have gone through a very dark episode of my life and, though I feel much better now, I'm still not finished with it. In the meantime, I scarcely wrote or when I did, I didn't feel much for blogging it. But now I can proudly present two new things.
The first one is a short story I wrote in november. I'll cut it into two, because its about 6 pages long. The second is some kind of poem or songtext I wrote today (instead of doing university things -.-). While you read it, listen to: Anna Ternheim - Show me the meaning of beeing lonely and other songs; James Blunt - You're Beautiful; and Songs from Björk, as I did while writing. (The poem is in german, but translated in english below)
Both texts are about dreams, more precisely about dreaming of someone, you will never share more than a glimpse of an eye with, or a little smile, or a quick hug. You can't describe WHY you dream of this person, WHY you dream of them at this particular time. And it happens in such a time, when you thought you were all happy and satisfied with your life. It's about dreams that question your life and the desperate attempt to handle them, to not let them dictate your thoughts and daily life, while they rule you at night. It's a very difficult issue for me at the moment. But I hope it helps to deal with it, when I write it down.
And now, have fun :)
The first one is a short story I wrote in november. I'll cut it into two, because its about 6 pages long. The second is some kind of poem or songtext I wrote today (instead of doing university things -.-). While you read it, listen to: Anna Ternheim - Show me the meaning of beeing lonely and other songs; James Blunt - You're Beautiful; and Songs from Björk, as I did while writing. (The poem is in german, but translated in english below)
Both texts are about dreams, more precisely about dreaming of someone, you will never share more than a glimpse of an eye with, or a little smile, or a quick hug. You can't describe WHY you dream of this person, WHY you dream of them at this particular time. And it happens in such a time, when you thought you were all happy and satisfied with your life. It's about dreams that question your life and the desperate attempt to handle them, to not let them dictate your thoughts and daily life, while they rule you at night. It's a very difficult issue for me at the moment. But I hope it helps to deal with it, when I write it down.
And now, have fun :)
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