Und wenn du den Eindruck hast, dass das Leben Theater ist,

dann such dir eine Rolle aus, die dir so richtig Spaß macht.

William Shakespeare

Dienstag, 19. Juli 2016

Sommernachtstraum

In einer sternklaren Sommernacht saß ich beim Schein einer Kerze auf den Stufen vor meinem Haus und lauschte den Klängen der Nacht. Groß und hell strahlend stand der Mond am Himmel, bleich und rund. Leis erklangen Melodien in meinem Kopf, Lieder die mich im Geiste hinforttrugen an fremde Orte, weit weg von meinem im Schlaf zusammengesunkenen Körper im Hier und Jetzt.

Ich flog über dunkle Walder, nur von Mond und Sternen beschienen, über Flüsse, die wie glitzernde Bänder die grauen Ebenen durchmaßen, auf den Schwingen der Nacht. Hi und da kleine Lichter, die Zivilisation erahnen ließen, doch die Dunkelheit gehört dem Traum, die Dunkelheit gehört den Träumern.

Still war die Nacht und doch nicht ohne Klang. Ein Käuzchen rief, ein Rascheln in den Blättern, das Murmeln eines Baches.

Und erst als der Morgen graute,
als die Nebel aus den Wiesen emporstiegen um die letzten Geheimnisse der Nacht vor dem neuen Tag zu verbergen, als sich die ersten warmen Strahlen der Sonne über den Horizont schoben,
erst da erkannte ich das Wesen der Nacht,
erkannte und erwachte. Neu geboren im Mondschein.


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